Ich werde wohl pro Land einen Eintrag in den Blog machen, gerade bei den kleinen Ländern, die drei baltischen Staaten, wird es wegen der Zeit, vier oder fünf Tage, die ich jeweils in den Ländern bin, nicht viel Sinn machen. Was mit Finnland und Schweden wird, weiß ich noch nicht, mal sehen.

Der Verkehr ist ähnlich wie in Polen. Viele Autofahrer fahren doch relativ nah an einen vorbei. Die Wege sind meist nicht so gut. Häufig haben die Straßen keine Radwege oder Fußwege, auf die man ausweichen kann. Von daher wird viel auf der Straße gefahren.
Macht nicht unbedingt Spaß. Die Alternative ist meistens irgendwelche Nebennebensstraßen, die aber die Tendenz haben, dann plötzlich zu einer Schotterstrecke zu werden. Die Schotterstrecke wird dann immer sandiger und unbefestigt. Dass man da praktisch nicht vorankommt, sehr viel Kraft benötigt, dann noch Umwege, Bergauf und Bergab fährt. Da habe ich jetzt schon zwei, drei Mal mir das 500 Meter angetan, bin umgedreht und wieder zurückgefahren. Zur Hauptstraße und mir eine Strecke auf den Nebenstraßen rausgesucht. Ist zwar nicht so schön, aber man kommt halt mit 25 Kilo Gepäck auch nicht anders durch. Für die, die das machen, Hut ab. Ich schaffe das nicht. Auch habe ich jetzt gelernt, dass die Autofahrer eigentlich per Gesetz auch bei Radfahrern auf die andere Straßenseite wechseln müssen beim Überholen, aber das machen vielleicht 10 oder 20 Prozent. Was besonders nervig bei Lkws ist, die auch noch sehr starken Windzug haben.

In den kleinen Orten fehlten mir ein bisschen, gegenüber Polen, die Supermärkte oder kleinen Läden, wo man mal zwischendurch was zu Essen oder Getränke nachkaufen kann. Entweder sehe ich die hier in Litauen nicht oder die sind einfach nicht vorhanden. Ist nicht großartig schlimm. Ist mir halt aufgefallen. Auch hatte ich das Gefühl, dass die Orte kleiner waren als in Polen, keine Ahnung. Und auch nicht so viele Orte. Keine Ahnung, ob das an meiner Wegführung lag, wobei ich da keinen Unterschied gemacht habe zwischen Polen und Litauen.
Die größeren Orte wie Vilnius ist natürlich, wenn man vom Land her kommt, tagelang nur kleine Dörfer sieht auf Straßen- oder Nebenstraßen fährt, ist eine Stadt wie Vilnius das absolute Chaos. Man muss echt aufpassen, dass man keine Fehler macht, um einen Unfall zu provozieren. Deswegen fahre ich dann doch wahrscheinlich verbotener Weise so häufiger auf dem Fußweg. Dann entsprechend langsam und auch defensiv, dass wenn mir ein Fußgänger entgegen kommt, dass dieser sieht, dass ich sehr langsam fahre, dass ich Platz mache. Ist mir halt ein bisschen sicherer, als auf der Straße zu fahren und dann erratisch irgendwas zu machen, weil ich plötzlich sehe, ich muss da lang oder hier lang.
Die Fahrt nach Vilnius rein, war echt schlimm. Ich war auf einem Radweg einer Autobahn entlang gefahren. Auf der linken Seite. Die Navigation meinte dann irgendwie, dass ich nach rechts abbiegen soll, was natürlich nicht ging. Die Folge davon war nochmal ein paar Höhenmeter extra, weil das Umland von Vilnius ist sehr hügelig, mit geschätzt 5 bis 8 Prozent Steigung. Gefälle waren auch dabei, aber wenn man die Strecke nicht kennt, bremst man dann doch langsam runter. Wenn man halt nicht weiß, kommen da vorne Schlaglöcher, muss ich da vorne plötzlich links rechts irgendwie ein Schlenker machen, weil da eine Einfahrt ist.
Also viel Kraft beim hoch fahren und viel gebremst beim runterfahren. Und dann fing es auch noch an zu Regnen.
Vilnius selber war dagegen sehr schön. Viele haben jetzt zwar gesagt, naja, es ist nicht so schön, macht nicht unbedingt Sinn oder ähnliches. Ich bin da eigentlich anderer Meinung. Gerade wenn man nicht geplant hat, was man in Vilnius macht, kann man da auch sehr viel sehen, indem man einfach durch die Stadt geht.
Danach habe ich noch Kaunas eingeschoben, weil ich es Gefühl hatte, dass war auch eine sehr schöne Stadt sein könne. Die Anfahrt nach Kaunas war nicht so extrem hügelig wie Vilnius, aber immer noch einige Höhenmeter.
Aber so richtig gefallen hat mir die Stadt nicht. Sie war schön, aber jetzt nicht irgendwie herausragend. Kann natürlich auch sein, dass dadurch, dass ich nur einen halben Tag da war, das Wetter nicht so schön, dolle Windig, der ein oder andere Regenschauer ist durchgegangen. Dadurch habe ich vermutlich nicht unbedingt die schönen Orte gefunden. Wie dem auch sei.
Jetzt geht es quasi direkt nach Norden und in zwei Tagen, wenn alles gut geht, werde ich Litauen verlassen.
Auch hier habe ich bisher nur sehr nette Leute kennengelernt. Mal abgesehen von ein, zwei Lkw-Fahrern, die gehupt haben und ich glaube nicht, dass die gehupt haben, weil sie mich motivieren wollten. Ja, motivieren, dass ich doch bitte den Sandstreifen benutzen soll.
Abgesehen vom Verkehr, habe ich nur freundliche Leute kennengelernt. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, kommt die Frage, wo man herkommt. Und es ist dann auch immer sehr reges Interesse an dem, was ich mache, an was man vorhat.